Zurück Axel Thiessenhusen Martin Grundmann Antonina Warenbud Siegfried Melzig
Kerstin Grundmann
Manuskripte von Schulbüchern zu kontrollieren ist eine Sache, aber eine andere, wenn es um einen Roman
geht ...
Ein Telefonanruf schreckte mich aus meinem üblichen Lehreralltag. Ein Manuskript durchzuarbeiten und auch noch Spaß daran zu haben? Ich war skeptisch.
Grigori Steinmaus war für mich der Anstoß. Der Name machte mich neugierig.
Ich nahm an und damit viel Arbeit. Dachte ich anfangs.
Aber eigentlich war es keine Arbeit. Die erste Leseprobe hörte leider kurz vorm ersten Liebeserlebnis von Grigori auf. Pech!
Ich wollte so schnell wie möglich den Rest lesen.
Also damit war klar, jetzt musste ich durch, besonders durch die neue Rechtschreibung. Innerhalb einer rekordverdächtigen Zeit von nur 24 Stunden "schaffte" ich 286 DIN-A4 - jetzt 380 gedruckte Seiten. Die Erlebnisse in Russland, die eisigen schnellen Angelerfolge, die enthusiastischen Leningeschichten, das Ohrenanlegen, die wichtige aufräumende Arbeit eines Dorfpostboten, die Moskaureise mit Martina, mörderisches Kistenstapeln im Bananendampfer, den "Weißen Traum", die erste dunkle Altbauwohnung mit Klo im Flur, die Probefahrt auf der "Archangelsk" und den Kampf mit dem Rettungsring, der als Republikflucht ausgelegt wird, und zuletzt die Arbeit in ausgebauter Dusche für Zwei im Keller eines Theaters.
Neugierig geworden?
Mein vierzehnjähriger Sohn wurde es, er sah mich tief versunken lesen und fing an, mit dem ersten Teil parallel zu lesen. Über einige Episoden konnte er herzlich lachen. Aber lest seine Beurteilung selbst.
Ich hatte Spaß beim Lesen und Grigori wurde eine Figur, die mir sehr nahe steht, nicht nur, weil sie mich an alte Jugendzeiten erinnert, sondern auch die eigentümlichen "Nordlichter" unverkennbar macht.